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Zum ersten Mal begegnet uns der Name „Dregerwolde“
in einer Urkunde vom 19. November 1446.
Wenn auch der Ursprung des Ortes in geschichtliches Dunkel
gehüllt ist, so können wir mit Sicherheit annehmen, daß
die Anfänge dieser Ansiedlung viel weiter zurückliegen.
Nach einer volkstümlichen Überlieferung soll Dreierwalde ursprünglich aus drei Höfen bestanden haben. Diese Annahme geht auf eine Stiftungsurkunde aus dem 11. Jahrhundert zurück, in der nach Nennung verschiedener Bauernschaften des Kirchspiels Rheine „tres domos in foresto“ (Drei Häuser im Walde) genannt sind. Diese „Drei Häuser im Walde“ sind auch Grundlage für das amtliche Wappen der Gemeinde.
Die neuere Geschichtsforschung geht aber davon aus, daß
mit den genannten „Drei Häusern im Walde“ nicht das Gebiet der heutigen
Gemeinde gemeint war. Unbestritten ist, daß Dreierwalde als ein Teil
des Speller Waldes zum Kirchspiel Plantlünne und damit zur Diözese
Osnabrück gehörte. Alle anderen in der Urkunde aus dem 11. Jahrhundert
aufgeführten Bauernschaften waren dagegen Teil der Diözese Münster.
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Verkürzte Inhaltsangabe der Urkunde lt. Stadtarchiv
Rheine:
1446 November Vor dem Richter Johann Spilmaker
verkaufen Mertyn de Kremer, dessen Frau Gese und ihre Kinder Johann, Heinrich,
Wibbeke, Hempeke, Grete und Fenne an die Ratsleute des Alten Hospitals
Gert de Kremer, Johann de Bode und Berndt Brunyng 5 Stück Land von
17 Scheffelsaat Roggen auf dem Tobeken Kamp in Dregerwolde. Zeugen: Wessel
de Gruter, Lobbe
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Die ältesten bisher bekannten Ortsbezeichnungen lauten „Dregerwolde“ und „Dreygerwolde“. Bei den „Dreyern“ handelte es sich um Handwerker, die allerlei Holzgeräte drehten, also Drechsler waren. Den „Dreyern“ sehr nahe stehen die „Holscher in Dreierwalde“, die in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach erwähnt werden.

Im Dreierwalder Heimatlied heißt es „ O Dreierwalde
eh `mals Wald , der edlen Drehkunst Aufenthalt“.
Diese zuletzt genannte Namensdeutung findet jedoch nicht
bei allen Dreierwaldern Zustimmung.
Im Jahre 1400
Nach der Niederwerfung des Grafen von Tecklenburg durch
Bischof Otto von Münster gelangte der „Speller Wald“ aufgrund des
Friedensvertrages vom 20. Oktober 1400 zwar weltlich an das Fürstentum
Münster, blieb jedoch Teil der großen Plantlünner Mark
und unterstand auch weiterhin kirchlich dem Bischof von Osnabrück.
In dem Vertrag ist wiederum der Speller Wald genannt,
nicht aber der Name Dreierwalde. Hieraus muß geschlossen werden,
daß sich zu diesem Zeitpunkt im Gebiet des heutigen Dreierwalde keine
Erben befanden.
Unter dem „horsteler Wolt“ sind die kirchlich ab 1864
zur hiesigen Pfarre und politisch seit 1931 zu unserem Ort gehörenden
Uthuiser Höfe verzeichnet.
G r o t e m a n
Reining
d e u n g e r u w e
Ungru
R y t m a n
Rietmann
d e k o l d e w a y e
Kaldeway (Hemersch)
Die kirchlichen Verhältnisse
Wie bereits erwähnt, gehörte ursprünglich der Speller Wald und somit auch Dreierwalde zum Kirchspiel Plantlünne in der Diözese Osnabrück. Mit Sicherheit hatte Dreierwalde schon im 15. Jahrhundert eine Kapelle, da in einer Schenkungsurkunde von 1448 ein Gut „am Kirchhof“ erscheint.
Im Jahre 1509 erfolgte ein Kirchenbau. Es entstand der älteste Teil der jetzigen Kirche und zwar der fünfseitige Chorraum mit einem Joch. Die Vorstufe zur Pfarrgründung erfolgte im Jahre 1525 durch eine Stiftung zum Unterhalt eines residierenden Priesters. Das Jahr der Pfarrgründung ist nicht bekannt.

1545 wird Johann Peters als Pfarrer, sein Gehilfe Friedrich
von Wulfen als Pfarrverweser genannt.
Hieraus geht hervor, daß Dreierwalde damals zumindest
als Pfarrei angese-hen wurde.
1616 war die Pfarrei wegen der Armut der Gemeinde ohne
Pfarrer. Ab 1666 übten annähernd achtzig Jahre die Franziskaner
aus Rheine aushilfsweise die Seelsorge aus. 1667 wurde Dreierwalde in die
Diözese Münster einge-gliedert. Erst ab 1741 war die Pfarre wieder
lückenlos besetzt.
Im Dreißigjährigen Krieg
Dreierwalde war im Dreißigjährigen Krieg durch
Brände und Plünderungen stark betroffen. 1623 entstand großer
Schaden durch plündernde Truppen der Feldherren Tilly und von Anholt.
Im Juni 1626 überfielen etwa 250 Mann des dänischen Heeres das
Kirchspiel. Die Kirche wurde ausgeplündert und auch aus den Häusern
ließ man alles Brauchbare mitgehen.
1628 wurde beim Ansturm der Hessen das ganze Dorf durch
Brand zerstört.
Zum Schutz der Heimat erfolgte im Jahre 1623 die Gründung
eines Schützenvereins, der 1998 sein 375-jähriges Jubiläum
feierte.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts
war Dreierwalde ein ruhiges, von der Landwirtschaft geprägtes Dörfchen. Der sandige Boden brachte nur einen geringen Ertrag. Stark ausgeprägt war das Heuerlingswesen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden von den Höfen abgehende Söhne in Backhäusern und Altenteilen wohnhaft. Im 18. Jahrhundert gingen die Hofbesitzer dazu über, neue Heuerhäuser auf Zuschlägen aus Markengründen oder auf Ödland zu errichten. Die Heuerleute hatten für die Überlassung der Häuser und einiger Acker- und Weideflächen an den Besit-zer Pacht zu zahlen und außerdem fest vereinbarte Arbeitsleistungen zu erbringen.

Der damalige Pfarrer Kuipers schreibt im Jahre 1750 als
Einleitung zu einem Bericht: „Meine Pfarrei mit Namen Dreyerwald besteht
nur aus 16 kleinen bäuerlichen Gütern, 7 Eigenwöhnern und
32 Pächtern. Eigenwöhner nenne ich die, welche, wenn sie auch
ein wenig Land besitzen, doch ein dürftiges Leben führen, Pächter
aber die, welche kein eigenes Land besitzen und im Sommer in den Holländischen
Grenzgebieten durch die Arbeit ihrer Hände etwas Geld verdienen, von
dem sie den Winter hindurch mit den Ihren leben.“
Um der Armut in der Heimat zu entrinnen, suchten viele
Dreierwalder ab 1830 als Auswanderer ihr Glück in Amerika.
Die im Jahre 1882 abgeschlossene Aufteilung der Mark verbesserte die Lage der Höfe. Aber erst das Aufkommen des Kunstdüngers brachte dann auf dem sandigen Boden bessere Erträge und den hiesigen Bauern einen gewissen Wohlstand.
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Die Verbindungen zu den Nachbarorten wurden durch den Bau befestigter Straßen erleichtert. Mit dem Ausbau der Straße nach Rheine begann man 1904. 1908 bzw. 1914 folgten die Straßen nach Hopsten und Spelle. Im Jahre 1926 wurde die Straße nach Hörstel fertiggestellt.
1927 erhielt der Ort elektrisches Licht.
Die Bauernschaft Uthuisen, bisher politisch zur Gemeinde
Hörstel gehörig,
wurde 1931 nach Dreierwalde eingemeindet.
1938 erfolgte der Bau eines Militärflugplatzes, der in den letzten Kriegsjahren mehrfach das Ziel gegnerischer Flugzeuge war. Bei einem schweren Luftangriff am 21. März 1945 verloren 36 Flugplatzangehörige ihr Leben.
Im April 1945 rückte die Front näher und Dreierwalde war mehrere Tage umkämpft. Acht Höfe wurden durch Panzer in Brand geschossen. Auf beiden Seiten der Front gab es große Verluste an Menschenleben.
Die in den Kämpfen gefallenen 29 deutschen Soldaten fanden auf dem hiesigen Ehrenfriedhof ihre letzte Ruhe. Auch die auf dem Flugplatz zu Tode gekommenen Wehrmachtsangehörigen sind hier beigesetzt.

Im Jahre 1946 kamen etwa 250 Heimatvertriebene - überwiegend
aus Schlesien - nach Dreierwalde und fanden hier eine neue Heimat.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
1959 erfolgte ein Wiederaufbau des bei Kriegsende gesprengten
Flugplatzes durch die Bundeswehr.
Durch diesen Aufbau wurde für Dreierwalde ein Flurbereinigungsverfahren
möglich und zügig durchgeführt. Hierdurch ergab sich insbesondere
für die Landwirtschaft eine starke Verbesserung der Ackerflächen.
In den fünfziger und sechziger Jahren wurden die zahlreichen Heuerstellen aufgegeben. Die Inhaber derselben fanden, ebenso wie viele andere Dreierwalder, Arbeitsstellen in den örtlichen Industrie- und Handwerksbetrieben oder in den nahen Orten Rheine und Spelle.
Durch die Bereitstellung von günstigen Bauplätzen wurde die Möglichkeit zur Errichtung vieler Einfamilienhäuser geschaffen.

Im Zuge der Gebietsreform kam zum 1.1.1975 die bisher nach Rheine gehörende Bauernschaft Lütkenfelde nach Dreierwalde. Gleichzeitig wurde Dreierwalde, zusammen mit Bevergern, Hörstel und Riesenbeck, zum Stadtteil der neugebildeten Stadt Hörstel.
Verzeichnis der Einwohnerzahlen von Dreierwalde:
1713 = 284 Einwohner
1939 = 926 Einwohner
1750
= 294 „
1946 = 1.234 „
1885
= 507 „
1998 = 2.490 „
Eine tabellarische Darstellung der Geschichtsdaten
gibt genauere Angaben zu wichtigen Ereignissen.